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Sonntag, 15. Februar 2009

Saugertest

So, nun muss ich aber endlich mal meine Erfahrungen mit dem Habermansauger von Medela, der inzwischen "Special Needs Feeder" heißt, schildern.

Ich muss sagen, dass ich enttäuscht bin. Vor allem von mir, da ich, bevor ich den Sauger gekauft habe, nicht erst mal mit der Logopädin drüber gesprochen habe - sie hasst das Teil. Ok, ich habe 23 Euro investiert in einen Sauger, der seit Jahrzenten nicht mehr überarbeitet wurde.
Das Prinzip dieses "Feeders" ist toll. Er hat im Sauger ein "Reservoir" das man anfangs gezielt befüllen muss, man kann während des Trinkens die Anstrengungen des Kindes unterstützen indem auf dieses Reservoir drückt und somit mehr Milch rauskommt. Auch hat der Sauger einen Schlitz, der es ermöglicht die Trinköffnung zu regulieren, je nachdem wie rum man ihn hält. Sowas gibt es auch von Avent, den hab ich zuerst erst ausprobiert, da ich das Aventsystem schon benutze. Das Teil war für unsere Bedürfnisse nichts, da von vornerein schon zuviel rauskommt und Emelie gar nicht mehr mit Schlucken nachkommt. Zurück zum Habermansauger: Der Sauger ist zu glatt, Emelie konnte das Teil nicht ansaugen und den Unterdruck halten. Dann ist das Mundstück das auf den Lippen liegt (wie man das wohl nennt?) zu klein, Emelie war mit ihren Lippen immer voll auf der Kante. Das stelle ich mir auf Dauer unangenehm vor. Sie hat es zwar geschafft 120 ml zu trinken, hat dafür aber 1 1/2 Stunden gebraucht. (Mit den 2 Loch Sauger von Avent klappt das in 30 Min, mit viel Luft schlucken und danach ist sie auch erst mal richtig KO, aber man sieht ein Vorankommen.)
Und wenn ich den Sauger gedreht habe, dass mehr rauskommt bzw. auf das Reservoir gedrückt habe, kam Emelie einfach mit dem Schlucken nicht mehr hinterher.
Ich versuch das Teil jetzt bei meiner Apotheke zu reklamieren, denn ich hatte auch das Problem, dass immer ein bisschen Milch am Verschluss rauslief. Wenn man irre fest zudreht kommt nix mehr raus, aber dann bekam ich das Ding fast nicht mehr aufgeschraubt.
Einen Versuch war es auf jeden Fall wert und man gibt für viel unnötigere Dinge Geld aus und wenn das mit der Reklamation klappt krieg ich ja mein Geld wieder zurück.

-Bilder kommen noch, die muss ich erst noch machen-

Jetzt mach ich keine Experimente mehr was das Trinken angeht und bald wird sowieso alles besser werden, denn heute morgen waren wir beim Kardiologen.
Er war sehr zufrieden. Emelie spricht gut auf die Medikamente an, die Leber ist kleiner geworden und nicht mehr so hart. Also bleibt bei der Dosierung erstmal alles so wie es ist. Er meinte man könnte mit der OP warten bis sie 12 Monate alt ist, engmaschige Kontrollen sind aber weiterhin notwendig. Also in 6 Wochen wieder vorbeikommen.
Da hab ich aber gleich gestreikt. Ich will, dass wir die OP hinter uns bringen. Emelie ist so eingeschränkt in ihrer Entwicklung. Ich muss ihre Kräfte einteilen fürs Trinken und die Übungen, schließlich will ich auch die Frühförderung durchziehen.
Wir machen uns da jetzt keinen besonderen Stress, aber diese Zeit ist unheimlich wichtig. Wenn wir die Übungen an einem Tag nicht schaffen ist das kein Beinbruch. Aber ich kann sie sowieso nur einmal am Tag machen, Emelie schläft einfach zuviel und wenn sie mal wach ist muss sie ja erst mal was essen. Direkt danach ist dann schlecht von wegen Erbrechen, also klappt das oftmals gar nicht.
Der Arzt hat mir zugestimmt und wir haben einen Termin für den Herzkatheder bekommen - am 24. April geht's los. Die OP soll dann, wenn alles planmäßig verläuft, einen Monat später gemacht werden. Da werden wir aber nach Sankt Augustin ins Deutsche Kinderherzzentrum gehen, schließlich will man nur die Besten für so einen Eingriff. Aber soweit ich weiß, überweist der Chefarzt Dr. Rupprath auch oftmals dahin, gerade bei Säuglingen.

Meine kleine Maus, was noch alles auf sie wartet, liebend gerne würde ich das an ihrer Stelle durchmachen müssen.

Samstag, 7. Februar 2009

Essen - Nahrungsergänzung - Sauger - Logopäde

Mein Topthema weiterhin ist das Essen. Emelie trinkt zu wenig und zu selten. Ich kann mich also nicht auf ihr Hungergefühl verlassen, denn sie meldet sich erst nach 6 Stunden oder länger und trinkt dann nur maximal 100 ml. Mehr schafft sie nicht, und wenn doch kommt das meist wieder raus. Dass es definitiv zu wenig ist, hab ich nun bei der U3 festgestellt bei der ich am Donnerstag war. Emelie hat in 2 Wochen nur 50 Gramm zugenommen. Die Ärztin hat mir die Wachstumskurve gezeigt und Emelie ist genau auf der Minimallinie. Wobei ich nicht weiß, ob es die spezielle Wachstumskurve für Kinder mit DS war. Sie hat mich auf jeden Fall noch mehr beunruhigt als ich schon war. Zu allem Übel hat Emelie auch noch extrem wenig getrunken an dem Morgen. Ok, ich soll Maltodextrin und ein spezielles Öl zusetzen und eben 12 Mahlzeiten geben, wenn es nur so kleine Mengen sind.
Ähm, der Tag hat nur 24 Stunden, wie soll ich das denn machen - Dauerfüttern?
Sehr deprimierend alles und die Ärztin verabschiedet mich mit den Worten: Sie schaffen das! Oh, sie ist wirklich sehr nett und scheint auch kompetent, hab bisher nur Gutes über sie gehört, aber aufgebaut hat mich das nicht wirklich. Ich soll alle 2 Wochen zur Gewichtskontrolle vorbeikommen - noch mehr Termine die ich wahrnehmen muss :(
Ansonsten war aber alles in Ordnung, das hat mich sehr gefreut und erleichtert!

Den Donnerstagnachmittag hab ich also mit Trübsal blasen verbracht, jedoch immer mit dem Gedanken im Kopf, dass ich am nächsten Tag einen Termin bei der Logopädin habe wegen genau diesem Problem. Da kann ich nur sagen: die Rettung! Die Logopädin hat mich wieder beruhigt und davon gesprochen, dass es viele Kinder gibt, die auch ohne Trinkprobleme einfach weniger zunehmen und dass das absolut ok wäre. Sogar ihre Tochter war so zart und immer unter dem Normalbereich. Solange Emelie zunimmt ist das normal und noch kein Grund zur Panik.
Wir haben viele Möglichkeiten besprochen und sie hat mir ein Flaschensystem vorgestellt von dem sie sehr überzeugt ist: DropIns von Playtex
In eine Hülle die unten offen ist wird ein Beutelchen mit der Milch eingsetzt und dann mit dem Sauger verschlossen. (Die Bilder erklären das wahrscheinlich besser.) Der Sauger ist der Brustwarze inklusive Vorhof nachempfunden und verhält sich auch so wie diese. Das Baby muss bzw kann den Sauger komplett in den Mund ziehen und ihn melken wie bei der Brust. Man selber kann die Saugarbeit des Babys unterstützen indem man auf den Beutel drückt,
dadurch kommt mehr Milch raus.



Wir haben das auch schon ausprobiert. Problem: Emelie kommt ja schon mit den echten Brustwarzen nicht klar. Sie kann den Unterdruck nicht halten der notwendig ist um den Nippel inklusive Vorhof im Mund zu halten um dann zu melken. Also bisher hatte ich mit der Flasche noch keinen Erfolg.
Mein Mann probiert es just in diesem Moment nochmal, mal sehen ob es klappt.
Bisher hab ich die Flaschen von Avent benutzt, da trinkt sie meist sehr langsam und saugt viel Luft.













Bei Saugübungen - ich hab mit dem Finger den Nippel in den Mund gedrückt

Die Nahrungsergänzung scheint sie ganz gut zu vertragen, nur das Käckerchen ist etwas schwieriger aber noch akzeptabel wie ich finde. Mal sehen wie sich das aufs Gewicht auswirkt. Ich massiere Emelie jetzt meist vor dem Essen im Gesicht wie es mir die Logopädin gezeigt hat. Ist wohl nach dem Castillo-Morales Konzept??? Bin mir da aber gar nicht mehr so sicher, es gab soviel Info - zwischendurch kommen mir neue Tipps und Tricks hoch, die ich von der Logopädin bekommen habe. Oder auch von der Krankengymnastik bei der ich Donnerstags morgens, vor meinem Arzttermin, gewesen bin. Bin wirklich viel unterwegs gewesen Donnerstag und Freitag. Freitag nachmittag war ich nämlich auch noch bei einem Treffen von Frauen mit Kindern mit DS - wobei Männer wahrscheinlich auch willkommen sind. Davon werd ich aber ein andermal berichten.

Nun will ich noch eine Frage von Alex beantworten (Kommentar Vojta-Post).
Warum mache ich das mit dem Abhalten?
Es geht mir nicht um frühkindliche Sauberkeitserziehung. In erster Linie geht es darum, das Kind zu verstehen und auf dessen Bedürfnisse einzugehen (Kommunikation Mutter-Kind).
Außerdem ist mir der Gedanke zuwider, dass mein Kind mit "Toilette am Arsch" rumläuft um es mal krass auszudrücken. Die Kleinen müssen sich auch erst an die Windeln gewöhnen um es mit 2-3 Jahren dann wieder abgewöhnt zu bekommen. Desweiteren sind Windeln eine absolute Umweltsünde wenn man überlegt wieviele man braucht und welche Materialien verarbeitet werden. Ok, man könnte auch auf Stoffwindeln umsteigen, aber das Waschen ist wieder Arbeit (die Zeit verbringe ich lieber mit meinem Kind) und verbraucht Ressourcen. Dazu habe ich das Buch von Ingrid Bauer "Es geht auch ohne Windeln" gelesen und im Internet hab ich die Seite www.topffit.de gefunden. Ingrid Bauer ist sehr extrem, da gefiel mir die Topffit-Variante besser. Und das Abhalten wird von Emelie gut angenommen. Wir sehen darin auch keinen Zwang, wir freuen uns, wenn wir eine Windel nochmal anziehen können, da sie noch schön sauber ist. Denn wer zieht seinem Kind eine nasse Windel nochmal an, wenn auch nur wenig Pipi drin ist.