Emelie ist stabil, sie atmet immer mehr mit, aber nicht genug um extubiert zu werden. Für uns ist das auch ok so. Lieber nichts überstürzen.
Die Kleine wird zwischendurch immer mal wieder etwas wacher, ist dann aber mit der Gesamtsituation unzufrieden und schreit lautlos... Das ist unheimlich wenn sie die Mimik macht und kein Ton dabei rauskommt. Der Beatmungsschlauch blockiert da alles. Dann will sie sich bewegen, sie strampelt mit den Beinen und würde sich am liebsten auf die Seite drehen.
Leider hat sie nun wohl doch einen Infekt, das wurde anhand der Blutwerte festgestellt. Um was es sich handelt wissen die Ärzte noch nicht. Es wurden aber schon Blutkulturen gemacht die noch bis Montag brauchen, außerdem wurde Sekret aus der Lunge ins Labor geschickt. Laut Krankenschwester ist es zäh und gelb. Nun mach ich mir natürlich voll die Gedanken. Was hab ich wohl falsch gemacht, dass sie jetzt doch krank ist?
Sie bekommt jetzt ein Antibiotikum mit einem breiten Wirkspektrum.
Zwischendurch hatte Emelie einen merkwürdigen Herzrhythmus. Der Impuls für die Herzschläge kam wohl nicht von den üblichen Punkten in Vorhof und Kammer sondern eher aus der Mitte bei den Klappen, so dass sich Vorhöfe und Kammern gleichzeitig kontrahierten. Das scheint sich aber wieder zu normalisieren.
Irgendwie ist das Hochgefühl von gestern nicht mehr so präsent. Ich bin aber noch zuversichtlich, dass es bergauf geht. Wir müssen ihr nur Zeit geben. Was am meisten stört ist, dass man nichts tun kann. Wenn sie da liegt und den Mund im Schrei aufreißt, kann ich ihr nicht helfen, ich kann sie nicht trösten, kann ihre Schmerzen nicht lindern... Ich kann noch nicht mal verstehen was sie hat.
Es gibt aber auch Positives zu berichten. Sie bekommt seit heute mittag wieder die gute Muttermilch. Nur in kleinen Portionen von 5-10 ml, alle 4 Stunden und sie verträgt es sehr gut. Sie fängt dann auch immer an zu schmatzen. Ich darf dann die Mundpflege übernehmen und ihr einen in Fencheltee getränkten Wattebausch zum lutschen geben. Außerdem bekam sie heute Physiotherapie. Durch Vibrationen auf der Brust wurde das Sekret, das sich durch den Beatmungsschlauch in den Lungen bildet, etwas gelockert damit es abgesaugt werden konnte.
Abwarten ist jetzt das einzige was wir machen können. Sehen wie sie auf das Antibiotikum reagiert, wie das Fieber sich entwickelt, die Atmung besser wird und der Herzrhtythmus sich wieder normalisiert.
Samstag, 18. Juli 2009
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oh mann, die arme kleine, diese intubation ist schon unheimlich, gerade die lautlosen schreie. aber gut, dass es sowas gibt, das musst du dir immer sagen. und toll, dass sie die muttermilch so gut verträgt, da geht einem doch immer das riesengrosse Mutterherz auf. Ich konnte Lola auch immer gar nicht genug davon geben wollen, während die Schwestern nur auf diesen minimalrationen bestanden. bald bald kann sie richtig reinhauen. wie süss die vorstellung, dass sie dabei richtig schmatzt, die kleine maus...
AntwortenLöschenund klar könnt ihr was machen. voller zuversicht sein. es gibt immer auf und abs, der körper hat ja nun einiges zu verkraften. und so ein infekt ist ärgerlich. aber voller liebe und dankbarkeit auf ihre baldige genesung vertrauen, einfach vertrauen, das könnt ihr. und nimm dir einfach auch ein bisschen auszeit, jetzt wo sie so intubiert ist, kannst du ja auch mal ein bisschen für dich sein.
so absurd es klingt, aber als lola krank war, so schrecklich es war, hab ich die zeit, die ich für mich hatte, doch sehr 'genossen'. Mich wiederentdeckt. Und hatte plötzlich wieder ganz viel Kraft für sie. Und Liebe. Und Dankbarkeit für alles, aber auch alles. Für jeden Moment. Und ganz viel vertrauen. Ich hatte nichts zu tun. Ich 'wusste' einfach, dass alles gut wird. Und da konnte ich loslassen. Das tut gut, so gut...
alles gute euch dreien, vor allem dem kleinen fliegengewicht, das gerade im ring steht.
Ach Sophia,
AntwortenLöschenich versteh' Dich total, dieses hilflose Gefühl und dass man bestimmte Entscheidungen an die Ärzte abgeben muss. Ich habe auch dieses tonlose Schreien auch als sehr schlimm empfunden.
Ich habe in ruhigen Minuten oft die Augen geschlossen und mit Felix in Gedanken gesprochen, ihn beruhigt, ihm erklärt, was da passiert und ihn in Gedanken ganz sanft in den Arm genommen und gewiegt.
Das hat sehr geholfen und ich glaube, dass man schon einen ganz feinen Draht zu seinem Kind hat und mental damit sehr viel für sich und das kleine Geschöpf tun kann.
Es ist jetzt eine sehr harte Zeit für Euch und die Emelie durch die Ihr durch müsst. Viele positive Gedanken und ganz viel Kraft für Euch!
Liebe Grüße
Maria
Liebe Sophia! Ich habe überlegt, ob ich Dir einen Kommentar hinterlassen soll da ich vermeiden wollte dass ihr Eure derzeitige Situation mit unserem und Mia`s Hintergrund beeinflusst seht; aber dennoch ist es mir als Mensch wichtig, Euch alles Gute und einen guten Verlauf zu wünschen.
AntwortenLöschenAlles Liebe,
Claudia
Hallo ihr Drei!
AntwortenLöschenDanke, dass ihr euch hier mitteilt.
Claudia, ich finde es wirklich toll, dass du dich hier meldest. Glaub mir, der Gedanke daran wie es für dich gewesen sein muss, macht es das noch viel wertvoller für uns. Dein Blog war übrigens der erste über den ich bei meiner anfänglichen Suche gestolpert bin. Ich hab mich glücklich geschätzt, das unsere Emelie keinen Herzfehler hat. Und nun sitze ich hier und bin dankbar, dass ich all diese Blogs gefunden habe die mir den Weg weisen und mich stützen.
Wir wissen gar nicht wie wir euch danken sollen. Gerne möchten wir irgendwas für euch tun, wissen aber gar nicht wie und was...
Leibe Grüße
Sophia und Tom
Ich bin wirklich baff, dass ihr euch nicht unterkriegen lasst. Ich wäre wahrscheinlich ein permanent heulendes Elend. Hut ab! Ihr macht das toll und ich denke oft an euch! Jetzt les ich weiter, durch unseren Urlaub hab ich soviel verpasst, war aber in Gedanken bei euch.
AntwortenLöschenLG!